Die Lagune von Rarotonga

Geht man am Strand sieht man sehr sehr viele Fische und vor allem richtige Exoten und ziemlich Große. In der Lagune sind Führungen von Touristen nicht erlaubt und das ist sehr gut so, die würden alles zertrampeln. Die Lagune ist ein sehr sensibler Lebensraum, John hat mir viel gezeigt und ich habe dabei gelernt mich in der Lagune zu bewegen ohne Schaden anzurichten. Es gibt nur bestimmte Bereiche die man betreten darf. Die Lagune war schon einmal komplett leergefischt, mit Netzen und Dynamit wurde alles rausgefischt. Jetzt ist das Fischen nur mehr den Maoris erlaubt. Der Fischbestand hat sich sehr gut erholt und ist den Einheimischen vorbehalten. Sie kontrollieren sich selber, brauchen dazu keine Beamten und es funktioniert.

Das donnernde Riff und die ruhige Lagune

Die Lagune ist faszinierend, draussen bricht die 2 Meter hohe Riffwelle herein. Es donnert richtig und man spürt den Boden zittern und den Luftdruck den die Welle erzeugt, es ist jedesmal ein kalter Windstoss der reinkommt. Am Anfang hatte ich Angst, nach einigen Wochen war es ungemein entspannend, direkt beim Riff draussen. Schon nach wenigen Metern in der Lagune ist das Wasser ruhig wie ein stiller Bergsee. Mein Hund Blacky folgt mir sonst auf jeden Schritt, aber da geht er nicht mit raus.

Für mich ist diese Lagune ein Wunder der Natur. Draussen brüllt das Riff herein und in der Lagune rinnt das Wasser hinaus und leert die Lagune bis auf die lebensnotwendigen Tümpel die erhalten bleiben. Faszinierend, beeindruckend, ja mystisch, für mich als Techniker nicht zu begreifen, ich staune nur. Sind hier die Naturgesetze außer Kraft, ist es der Mond, was ist es, das dieses Schauspiel ermöglicht.

Für kurze Zeit gibt die Lagune ihre Schätze frei

Jetzt kommen die Frauen um Sea-Grapes zu ernten, Männer gehen Octopus fischen, große Fische sind in diesem Bereich der Lagune nicht zu finden. Die erkennen wohl instinktiv die Gefahr. Ich nutze diese Zeit um die Lagune zu erforschen und entdecke immer wieder neue Schätze.

Schätze der Lagune

Bei High Tide enorm Fischreich

Ich kann nur jeden empfehlen bei voller Lagune zu schnorcheln, es ist traumhaft schön. Ich war echt überrascht was ich das ganz nahe am Ufer alles für Fische beobachten konnte. Igelfische, kleine Schwärme Rifffische, Papagaienfische, Muränen, Langusten, Schildkröten, Steinfische sogar Blauflossenmakrelen. Die Lagune sprüht dann vor Leben unter Wasser.

Fischrechte an die Asiaten

Als ich John frage warum es eigentlich auf Rarotonga so wenig Fisch zu kaufen gibt, sagt er mir das Rarotonga ganz extrem unter Überfischung leide. Nicht mehr in der Lagune aber draußen am offenen Meer. Es gibt tatsächlich oft keinen Fisch, nicht einmal in den Restaurants. Es sind einfach keine Fische mehr da. Kaum zu glauben bei einer Insel die tausende Kilometer vom nächsten Festland entfernt ist. Der Grund ist extrem traurig: Die Inselregierung hat die Fischereirechte schon vor Jahren an asiatische Länder verkauft. Dadurch fahren rießige Fischtrawler aus Japan und holen alles raus was sich bewegt und lebt. Wenn Fischtrawler unterwegs waren und das passiert oft, dann gibt es wochenlang keinen Fisch auf Rarotonga. Dann gibt es Fastfood aus dem Supermarkt. Auch im Paradies ist es oft zum Weinen.

Octopus aus der Lagune

Das Wasser ist wieder weg, Slow Tide und der John geht mit einer Stange raus um Octopus zu fangen. Als er einen entdeckt stangelt er richtig in das Loch hinein. Der Octopus streckt seine Greifer raus wehrt sich und lässt ordentlich Tinte nach. John kämpft ziemlich um in herauszubekommen, einmal raus dann wieder rein ein richtiger Kampf entsteht. Ich bin froh das ich zwei Meter weg stehe. Der Octopus wickelt seine Tentakel um Johns Arm, auf einmal hat John den Octupus heraußen. Er sagt ich soll den Octupus mit gestreckten Zeige und Mittelfinger halten und stülpt mir das Tier drüber. Oh Gott, die Tentakel wickeln sich um meinen Arm, ich merke gar nicht das John einen Zweiten gefangen hat. Er lacht mich aus als er zu mir zurückkommt und ich wie ein Zinnsoldat steif stehe vor lauter Angst. Seiner hängt ganz ruhig an seinem Mittelfinger, meiner wehrt sich wie wild, schlimm fühlt sich das an. Er bläst sich auf spritzt Tinte, John lacht " its a female".
Jetzt geht es ans Putzen, ganz einfach sagt er. Den Beutel mit den Innereien rausstülpen alles abreißen und sauber putzen. Danach mit Süßwasser waschen, in einen Plastikbeutel stecken und ab in die Tiefkühltruhe. Am Abend gibt es Küche Natur PUR, für alle Octopus, Schnecken und Muschelfleisch so groß wie eine Faust. Das alles in Sauce und es schmeckt ausgezeichnet, dazu gibt es das Sea-Grapes, diese kleinen grünen Kügelchen ein Traum, echt. Das habe ich auch schon auf anderen Inseln gelernt, Octopus einfrieren dann wird er genießbar, sonst kaut man sich das Kiefer wund.

Der Steinfisch

Der ist vielleicht heimtückisch. Ich habe einen in der Lagune von Rarotonga gefunden, er hat sich im Sand versteckt und konnte mit dem Wasser der Tide nicht zurück. Er ist bekannt als einer der giftigsten Fische überhaupt. So im Sand sieht man in fast nicht, er passt sich enorm dem Untergrund an. Den muss ich mir genauer anschauen. In einer Schale hole ich Meerwasser und wasche den Sand ab. Das gefällt ihm nicht. Oh Gott schaut der Grimmig aus! Er schaut derartig böse das es mich selbst jetzt beim Bild bearbeiten noch fröstelt. Mit einem Stock lege ich auf dem Rücken den Stachel frei. Wau der ist ja mindestens 1,5 cm lang. Gott sei Dank kann er nicht zustechen, man muss sich den Stachel schon eintreten und je tiefer umso mehr Gift bekommt man ab. Wenn es passiert ist dann sofort Rettungsmaßnahmen einleiten, es gibt ein Gegengift. Ist es nicht möglich soll man kochendes Wasser, so heiß man es verträgt über die Stichstelle schütten. Das Gift ist nicht Hitze resistent, danach trotzdem alles tun um professionelle Hilfe zu bekommen.

Oh Gott, schaut der Grimmig drein.

Inhaltsübersicht Reisebericht Rarontonga

Erlebtes aus meinem Tagebuch und viele meiner eigenen Fotos. Wir hatten wunderbare Wochen auf Rarotonga, besonders schön war es durch den Familienanschluß von John und Tere Moana. Lange Gespräche mit Ihnen haben uns einen kleinen Einblick in das Leben auf der Trauminsel gegeben.

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